Willkommen auf unserer Webseite!

"Sie sägten die Äste ab, auf denen sie saßen und schrien sich zu ihre Erfahrungen, wie man schneller sägen könnte, und fuhren mit Krachen in die Tiefe, und die ihnen zusahen, schüttelten die Köpfe und sägten weiter." (Bertold Brecht )


LEBENSRAUM WALD und seine Bedeutung für unser Leben

 10.FEBRUAR 24' - 16.00 Uhr

Musikalische Lesung und Vortrag
angelehnt an "Das geheime Leben der Bäume"
von Peter Wohlleben
Vortrag und Lesung: Heide Grey Lichtenwalde
Musikalische Gestaltung: Stefanie Börnert
Eintritt 15 Euro
Zur alten Mühle 5 • 09577 Lichtenwalde
Mehr Infos unter: www.musikhaus-am-fluss.com

 

Das unfassbare Resümee des Gemeinderates zum Thema Abholzung im Zschopautal Lichtenwalde 

Regelmäßig nehmen wir als Bürgerinitiative an den Gemeinderatssitzungen der Gemeinde Niederwiesa mit ihren Ortsteilen Braunsdorf und Lichtenwalde teil. Das Thema „Wald“ im Naturschutzgebiet Zschopautalhänge bei Lichtenwalde war bei der letzten Sitzung am 08. November 2023 ein Tagesordnungspunkt. Zusammenfassend kann man sagen, dass der Bürgermeister Herr Schubert und sein Gemeinderat der Gemeinde Niederwiesa die Ansicht vertreten, bestehende Schutzgebiete (NSG und FFH) seien zwar nötig, die aktuellen Gebiete wären jedoch veraltet. Sie stehen in ihrer jetzigen Form einer touristischen Entwicklung und Nutzung im Wege und sind daher nicht mehr zeitgemäß, so die Aussagen des Gemeinderates. Naturschutzverbände wie NASA und NABU müssten zurückstecken und sich einsichtig zeigen. Unter anderem soll mitten im Naturschutzgebiet ein Waldfriedhof geschaffen werden, obwohl dies nicht genehmigungsfähig ist. Eine Stimme aus dem Gemeinderat äußerte sich wie folgt: „Mensch und Natur sollten eine Einheit bilden, eine Kulturlandschaft müsse gepflegt werden, der private Waldbesitzer Herr Jungbeck tue dies bestens, die Natur sei doch für uns Menschen gemacht“. Alle Aktivitäten des Waldbesitzers werden vom Gemeinderat Niederwiesa gewürdigt und unterstützt. Auf Nachfrage eines Bürgers versprach der Bürgermeister, dass es zeitnah ein Bürgerforum zum Austausch geben solle.

Wir, die Bürgerinitiative "Kahlschlag in Lichtenwalde stoppen" positionieren uns völlig anders.

Wir wollen sanften, naturverbundenen Tourismus, der den Schutz der Natur in Zeiten des Klimawandels als selbstverständlich und innovativ ansieht. Der Wald soll nicht zum Opfer eigenmächtigen Handelns werden, Profitdenken ist Fehl am Platz. Sowohl das wertvolle Flora- und Faunahabitat "FFH" im Zschopautal Lichtenwalde, als auch das errungene Naturschutzgebiet müssen selbstverständlich erhalten werden anstatt bekämpft. 

Jede hier lebende Tier- und Pflanzenart versteht sich als Teil eines wunderbaren, schützenswerten Ganzen und ist damit Lebensgrundlage für uns Menschen. 

Text: Ines, Stefanie, Anja und Josephine 


Petitionsübergabe im Sächsischen Landtag Dresden:

Unsere Petition ist abgelaufen und ist am Donnerstag, den 21.September 2023 dem Petitionsausschuss des Sächsischen Landtages in Dresden persönlich übergeben wurden. Wir danken dem Herrn Landtagspräsidenten Herrn Rößler und dem Petitionsausschuss. Besonders möchten wir an dieser Stelle allen unseren Unterstützern von Herzen danken. Eure Unterschrift bedeutete uns mehr als Stimmen zu sammeln. Es ist ein froh machender Gedanke, dass so viele von euch verstehen, wie wichtig der Wald für uns Menschen ist und dass wir ohne eine intakte Natur mit geschützten Naturschutzgebieten in die der Mensch nicht eingreifen darf, nicht leben können. Die Erhaltung solcher Gebiete erfordert Verständnis, Wissen und Zurückhaltung vom Menschen. 

Wie geht es nun weiter?

Innerhalb von vier Wochen erhalten wir einen Eingangsbescheid vom Petitionsausschuss, unsere Petition erhält eine Nummer und es wird ein Ansprechpartner benannt für die Kommunikation. Ein auserwähltes Mitglied des Petitionsausschusses bearbeitet die Petition. Es wird eine  Stellungnahme vom Umweltministerium angefordert und ein Vor-Ort-Termin mit den Behörden, Naturschutzverbänden und Betroffenen organisiert. Der beauftragte Abgeordnete erstattet zum Abschluss einen Bericht an den  Petitionsausschuss. Der besagte Ausschuss entscheidet über die Petition und der Landtag beschließt die Entscheidung.

Wir danken euch nochmals herzlich für eure Unterstützung!

Eure BI "Kahlschlag in Lichtenwalde stoppen."







Zum Nachdenken 

Du hast das Recht, zu rebellieren gegen die Zerstörung deiner Welt. Niemand braucht dir das Recht einräumen, du hast es, weil du Mensch bist.
Dieser herrliche blaue Planet ist deine Heimat, und du hast das Recht, sie zu schützen. Du hast das Recht, gegen die Ausbeutung der Natur zu rebellieren, gegen die Zerstörung der Ozonschicht, gegen die Verwüstung der Wälder, gegen die Versteppung der Grünzonen, gegen die Vernichtung der Balance, in der die Welt seit Jahrmillionen lebt. 
Du hast das Recht zu rebellieren gegen die Zerstörung und das Aussterben von Tier- und Pflanzenarten, weil WIR! nicht genug Sorge tragen.
Du hast das Recht, betroffen zu sein von der Veränderung der Welt durch die Vergewaltigung des Menschen. Du hast das Recht, den Planeten mit all seinen Lebensformen zu lieben.
(Ulrich Schaffer)



Nächstes Treffen: 

Unser nächstes Treffen findet am Mittwoch, den 28. Februar 2024 ab 18.00 Uhr im Musikhaus am Fluss, zur alten Mühle 5 , 09577 Niederwiesa OT Lichtenwalde statt. Sie sind herzlich eingeladen uns und unser Anliegen besser kennenzulernen. 

 

https://www.musikhaus-am-fluss.com

NEU! In unserer Galerie finden Sie aktuelle Bilder vom November 23 aus dem Zschopautal und jene, die in den letzten anderthalb Jahren entstanden sind.


Neuigkeiten und Infos:

"Auf kosten der Natur" Abholzung in Schutzgebieten - Report Mainz

https://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/report-mainz/sendung/2023/SB_Wald-100.html


Ja wie denn nun?!

Müssen Waldeigentümer wirklich im Wald und an Wanderwegen "verkehrsgefährdete" Bäume fällen lassen um ihrer Verkehrssicherungspflicht nachzukommen? 

Nein, das müssen sie nicht! Dies belegt das aktuelle Urteil des Oberlandesgericht Naumburg von Dezember 2020. Demnach verklagte der Geschädigte die Stadt Thale auf Schadensersatz von  mind. 200.000 Euro, der von einem geschädigten Baum erfasst und schwer verletzt wurde. Die Klage wurde jedoch abgewiesen nach §4 und §22 Landeswaldgesetz Sachsen-Anhalt.

Hier die aktuelle Pressemitteilung aus Kassel von Oktober 2023:

Pressemitteilung zum Unfall des "Harzer-Hexen-Stieg-Urteils 

Kassel, 20. Oktober 2023 

Der Bundesgerichtshof hat eine Nichtzulassungsbeschwerde hinsichtlich des so genannten „Harzer-Hexen-Stieg-Urteils“ des Oberlandesgericht Naumburg zurückgewiesen (V1 ZR357 / 21). Damit ist das Urteil jetzt rechtskräftig: Einem Kläger, der während einer Wanderung auf dem Harzer-Hexen-Stieg im Jahr 2018 von einem umstürzenden Baum erfasst und dabei schwer verletzt wurde, steht kein Schadensersatz zu. Das Urteil zeigt, dass touristisch beworbene Wanderwege wie die „Qualitätswege Wanderbares Deutschland“ juristisch ebenso behandelt werden wie andere Wanderwege. 

Das Oberlandesgericht Naumburg hatte Mitte Dezember 2020 bereits ein entsprechendes Urteil des Landgericht Magdeburg bestätigt und die Berufung des Klägers zurückgewiesen. Dem Kläger stehe kein Schadensersatz zu, weil sich mit dem Umsturz des Baumes eine „waldtypische“ Gefahr verwirklicht habe, für die die beklagte Stadt auch auf Wanderwegen nicht hafte (15.12.2020, Az.: 2 U 66/20). 

Der Mann hatte vor dem Landgericht Magdeburg geklagt und von der Stadt Thale Schmerzensgeld von mindestens 200.000 Euro verlangt. Nach eigenen Angaben wurde der Kläger im Juli 2018 auf dem touristisch beworbenen Harzer-Hexen-Stieg von einem herabstürzenden Baum erfasst und schwer verletzt. Der Unfall ereignete sich auf einem Waldgrundstück der Stadt Thale. Der Verletzte war der Auffassung, dass die Stadt ihre Verkehrssicherungspflichten verletzt habe. Der Baum sei deutlich erkennbar abgestorben gewesen und wäre bei der Durchführung einer Baumschau sofort als Gefährdungsbaum ersichtlich gewesen und gefällt worden, so dass es nicht zu dem Unfall gekommen wäre.

Das Landgericht Magdeburg folgte dieser Auffassung nicht. Es wies die Klage aufgrund der geltenden Gesetzeslage (§ 4 und § 22 Landeswaldgesetz Sachsen-Anhalt) und der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (Urteil vom BGH, Urteil vom 02. Oktober 2012 – VI ZR 311/11) ab. In einer Mitteilung des Landgericht Magdeburg heißt es: „Der Waldbesucher, der auf eigene Gefahr Waldwege betritt, kann grundsätzlich nicht erwarten, dass der Waldbesitzer Sicherungsmaßnahmen gegen waldtypische Gefahren ergreift. Mit waldtypischen Gefahren muss der Waldbesucher auch auf Wegen rechnen. Er ist primär selbst für seine Sicherheit verantwortlich. Risiken, die ein freies Bewegen in der Natur mit sich bringt, gehören grundsätzlich zum entschädigungslos hinzunehmenden allgemeinen Lebensrisiko. Dementsprechend können und müssen auf Wanderwegen nicht sämtliche Gefahren ausgeschlossen werden. Würde man eine völlige Gefahrlosigkeit der Wanderwege fordern, müsste man auf reizvolle Routen im Bergland ebenso wie auf einsame Waldpfade im Flachland aus Haftungsgründen verzichten. 

Auch nach der gesetzlichen Risikoverteilung aus § 22 LWaldG LSA haftet selbst auf stark frequentierten und touristisch beworbenen Waldwegen der Waldbesitzer nicht für waldtypische Gefahren.“ (4.3.20, Az.: 10 O 701/19). Das Oberlandesgericht Naumburg hatte diese Auffassung im Dezember 2020 bestätigt. Hinsichtlich der daraufhin beim Bundesgerichtshof eingereichten Nichtzulassungsbeschwerde hat das Bundesgericht am 21. September 2023 entschieden, eine Revision nicht zuzulassen (V1 ZR357 / 21). Damit ist das Urteil rechtskräftig. 

Der Deutsche Wanderverband bedauert derartige Unfälle ausdrücklich, begrüßt die Entscheidung aber, da es seinen Mitgliedsorganisationen für ihre tägliche Arbeit Sicherheit gebe und die Bedeutung eigenverantwortlichen Handelns betone. Außerdem zeige die Entscheidung, dass „Qualitätswege Wanderbares Deutschland“ wie der Harzer-Hexen-Stieg juristisch ebenso behandelt werden wie andere Wanderwege. Das Urteil habe damit für alle touristisch beworbenen und zertifizierten Wege hohe Bedeutung. Sie unterlägen keinen besonderen Auflagen und es erwüchsen daraus keine erhöhten Pflichten für Wald- und Grundeigentümer*innen.   



Hier finden Sie einen aktuellen Artikel des NABU (Naturschutzbund) zum Thema:

http://news.nabu.de/go/13/5EZG1ARL-5EWXTNE7-5EZ226U9-1452129A.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=230615+NABU-News 


Ein Einblick in die Korrespondenz zwischen dem Naturschutzbund Sachsen NASA und dem Landratsamt: